Verordnung & Vollzug

V-NISSG ersetzt SLV

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. Februar 2019 die Verordnung zum Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall verabschiedet. Gesetz (NISSG) und Verordnung (V-NISSG) treten am 1. Juni in Kraft.

Informationen des Bundesamtes für Gesundheit (Bag) zur Verabschiedung zum Bundesgesetz über den Schutz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG) und der dazugehörigen Verordnung (V-NISSG) :

 
Schall

Eine neue Pflicht ergibt sich für Veranstalterinnen und Veranstalter von Veranstaltungen mit unverstärktem Schall über 93 dB(A). Diese müssen neu das Publikum über eine mögliche Schädigung des Gehörs informieren und gratis Gehörschützer verteilen.

Für Veranstaltungen mit Schall ist keine Übergangsfrist vorgesehen. 

 
Laser

Neu muss wer eine Veranstaltung mit Laserstrahlung der Klasse 1M, 2M, 3R, 3B oder 4 durchführt, eine Person mit Sachkundenachweis für Veranstaltungen mit Laserstrahlung einsetzen.

Vom 1. Juni 2019 bis 1. Dezember 2020 können Veranstaltungen mit Lasereinrichtung der Klasse 1M, 2M, 3R, 3B oder 4 nach der alten Schall- und Laserverordnung (SLV) durchgeführt und der Fachstelle Lärmschutz gemeldet werden.

 
Dokumente V-NISSG (Verordnungstext, erläuternder Bericht, Ergebnisbericht Vernehmlassung)

Chronologie Gesetzgebung NISSG

Was will die noch gültige Schall- und Laserverordnung?

Laserstrahlen und hohe Schallpegel, wie sie bei Konzerten, in Diskotheken und ähnlichen Veranstaltungen vorkommen, können das Publikum gefährden. Zweck der Schall- und Laserverordnung ist es, das Publikum vor diesen Gefahren zu schützen. Die Verordnung gilt für Veranstaltungen in Gebäuden und im Freien, bei denen elektroakustisch erzeugter oder verstärkten Schall auf das Publikum einwirkt oder Laserstrahlen erzeugt werden.

Foto einer Lasershow

Nie lauter als 100 dB(A)

Allgemein gilt nach SLV ein Grenzwert von 93 dB(A) im Stundenmittel. Wird dieser Grenzwert überschritten, unterliegt die Veranstaltung einer Meldepflicht. Zusätzlich gehört es zu den Pflichten des Veranstalters, den Schallpegel zu überwachen, kostenlos Gehörschützer anzubieten und das Publikum sowohl über den maximalen Schallpegel als auch über die Gefährdung des Gehörs zu informieren. Bei einer Veranstaltung mit Schallpegeln bis 100 dB(A) und einer Dauer von über drei Stunden muss der Schallpegel auch aufgezeichnet werden. Zudem muss dem Publikum eine Ausgleichszone mit maximal 85 dB(A) im Stundenmittel zur Verfügung stehen.


Veranstaltungen, die sich ausschliesslich an Jugendliche unter 16 Jahren richten (Schülerdiscos etc.), dürfen nicht lauter als 93 dB(A) sein.

Gefahr durch Laseranlagen

Laser konzentrieren die Lichtleistung. Da Laserlicht von unseren Augen ebenso wie jedes andere Licht aufgenommen wird, kann Laserlicht Augenschäden, insbesondere Netzhautverletzungen verursachen. Jede Laseranlage muss so eingerichtet und betrieben werden, dass das Publikum vor schädlichen Einwirkungen geschützt ist.
Design, Installation und Betrieb einer Laseranlage sind durch erfahrene und gut ausgebildete Personen vorzunehmen. Beim Aufbau und beim Betrieb der Laseranlage muss die Laserleitlinie IEC 60825-3 befolgt werden. Der Betrieb von Laseranlagen ist meldepflichtig.

Vollzug der Schall- und Laserverordnung (SLV) im Kanton Zürich

Die vorliegenden Ausführungen beziehen sich auf die Vollzugspraxis der Fachstelle Lärmschutz.

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