Veranstalter & Tontechniker

Veranstaltungen mit Schallpegeln über 93 dB(A) im Stundenmittel sind der Fachstelle Lärmschutz mindestens 14 Tage im Voraus zu melden. Gleiches gilt für Veranstaltungen, bei denen Laseranlagen zum Einsatz kommen.

Veranstaltungen, die sich ausschliesslich an Jugendliche unter 16 Jahre richten, dürfen nicht lauter als 93 dB(A) sein.

Bildkombination eines Schulungsraumes mit Lasershow

Checklisten Schall und Laser

Die SLV unterscheidet in Bezug auf Schalleinwirkungen vier Kategorien. Diese verlangen unterschiedliche Massnahmen zum Schutz des Publikums. Fünf Klassen von Lasern unterstehen der Meldepflicht.
Die "Checkliste Schall" informiert über die erforderlichen Massnahmen zum Schutz des Publikums. Sie enthält nebst den vier Schallpegelkategorien und entsprechenden Auflagen sowohl eine Interpretationshilfe zur Bewertung von Schallpegeln als auch eine Anleitung zur Schallpegelmessung am Mischpult.
Die "Checkliste Laser" informiert über Design, Installation und Betrieb von Laseranlagen und die Gewährleistung genügender Sicherheit für das Publikum.

Information aus erster Hand und erst noch vor Ort

Im Auftrag der Fachstelle Lärmschutz informiert ein Team von Studentinnen und Studenten Veranstalter und Vermieter von Lokalen über den Publikumsschutz gemäss Schall- und Laserverordnung.

Smartphone als Schallpegelmesser

In einer Studie (2015 aktualisiert) wurden mehrere Apps auf verschiedenen Plattformen auf ihre Tauglichkeit zur Schallpegelmessung hin untersucht. Die allermeisten Apps sind für Messungen an Konzerten bereits nicht (mehr) brauchbar, wie die Untersuchung der EMPA zeigt. Hauptsächlich, da hohe Schallpegel nicht im Messbereich der Apps sind oder für die geprüfte App kein Update auf ein aktuelles Betriebssystem erhältlich ist.
Ein Smartphone sollte also bestenfalls für orientierende Schallpegelmessungen eingesetzt werden. Bei unbedarfter Anwendung oder Verwendung ungeeigneter Apps sind die Ergebnisse mit grossen Unsicherheiten behaftet.

Hinweis Messunsicherheit und verdeckte Messung

Zu einer Messung gehört neben dem Zahlenwert auch eine Messunsicherheit. Das Messgerät trägt abhängig von seiner Klasse einen Teil zur Messunsicherheit bei. Die gerätebedingte Messunsicherheit bei SLV-Messungen beträgt ca. 1.5 dB für Geräte der Klasse 1 und ca. 2.8 dB für Geräte der Klasse 2.
Bei Lärmmessungen sollte das Messgerät möglichst von reflektierenden Oberflächen ferngehalten werden. Dies ist für SLV-Kontrollmessungen nicht möglich. Das Platzieren des Mikrophons nahe am Körper kann bei verdeckten SLV-Messungen zu einer Überhöhung des Schallpegels bis zu 1.7 dB führen. Gleichzeitig wird durch die Wahl des Messortes der Wert am "lautesten Ort" immer unterschätzt und zwar auch in der Grösse von ca. 2.0 dB.
Die SLV äussert sich nicht dazu, wie mit Messunsicherheiten umzugehen ist. Es ist davon auszugehen, dass diese weder zu Gunsten der Besucher (der Veranstalter muss einen tieferen Pegel fahren, um sicher zu sein, dass der Grenzwert nicht überschritten wird) noch zu Gunsten des Veranstalters (nur Pegel-Überschreitungen, welche den Grenzwert um mehr als die Messunsicherheit überschreiten werden geahndet) angesetzt werden soll. Dies entspricht einer Beurteilung mit "geteiltem Risiko". Es gilt also der von der Kontrollbehörde gemessene Wert von LAeq1h. Offensichtliche Fehler, beispielsweise durch Anrempeln, sollen jedoch aus der Messung entfernt werden. 

Vollzugsbehörden verwenden geeichte und kalibrierte Messgeräte mindestens der Klasse II.

Mit Vorteil und zur allfälligen Beweissicherung verwenden auch Techniker qualitativ hochstehende und regelmässig kalibrierte Messgeräte.    

Dokumentation Gerät, Messung, Beurteilung

Branchenempfehlung für die Messmittelwahl

Beschallungskonzept

Das Beschallungskonzept schafft die Grundlage für den Interessenaustausch aller Beteiligten am Thema Schall. Es informiert über Lärm (Nachbarschaftsschutz) und Musik (Publikumsschutz) und geht unter anderem auf rechtliche Vorgaben (Veranstaltungsbewilligung und SLV) und präventive Massnahmen ein.

Für grössere Rechtssicherheit empfiehlt es sich, eine professionelle, ausgewiesene Fachfirma mit der Schallpegelmessung zu beauftragen.
Eine Messung mit der Möglichkeit zur Ansicht via Internet (z.B. mittels MeTrao, SPL Cloud, Noise Scout) erhöht die Sicherheit bei der Einhaltung der vorgegebenen Pegel und erleichtert die Zusammenarbeit mit den Behörden.

Hohe Schallexpositionen bei Jungen, Hörschäden bei Älteren

Eine Bevölkerungsbefragung im Auftrag des BAG zeigt, dass mehr als die Hälfte und insbesondere der jüngere Teil der Schweizer Bevölkerung sich in ihrer Freizeit regelmässig lauten Situationen aussetzt.
Eine deutliche Mehrheit von fast zwei Dritteln der Besucherinnen und Besucher von Clubs und Discos findet es dort zu laut.
Dass viele Personen ihr Gehör durch hohe Schallpegel gefährden, zeigen die häufig auftretenden vorübergehenden Hörprobleme.
Eine Million Personen in der Schweiz leidet an einem chronischen Tinnitus.

Risikobeurteilung von Lasershows

Das kann ins Auge gehen – Messungen von Lasershows haben gezeigt, dass die Grenzwerte mancherorts um ein Vielfaches überschritten werden.
Bisher war es nicht möglich, eine Lasershow zu analysieren. Damit in Zukunft die bleibenden Eindrücke nicht auf der Netzhaut der Zuschauenden entstehen, entwickelte das METAS  (Eidgenössisches Institut für Metrologie) ein umfassendes, aber auch aufwändiges Beurteilungssystem.

Gesuchsformular temporäre Veranstaltungen

Das Formular weist nicht nur auf die Meldepflicht gemäss Schall- und Laserverordnung hin. Es zeigt für verschiedenste Veranstaltungen auf, wer was zu tun hat und in welchen Fällen kantonale Bewilligungen erforderlich sind. Zudem soll es sicherstellen, dass alle relevanten Themen frühzeitig berücksichtigt werden und nichts vergessen geht.

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