Raumplanung

Aufpflästerungen

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In Kombination mit flankierenden Massnahmen können Aufpflästerungen zu einer deutlichen Verringerung der Geschwindigkeit führen. Mit der Vollaufpflästerung eines Strassenabschnittes ist eine Geschwindigkeitsreduktion von bis zu 20 km/h erzielbar. Ohne Berücksichtigung der Belagseigenschaften entspricht eine solche Geschwindigkeitsreduktion theoretisch einer Pegelabnahme von 2.4 dBA. Durch den Ersatz eines lärmneutralen Belages für eine Aufpflästerung wird jedoch die Gesamtlärmsituation aufgrund der schlechten akustischen Eigenschaften der Pflastersteine stark verschlechtert.

Wirkung von Aufpflästerungen in Bezug auf Verkehr, Lärm und anderes

Bewertung 
Geschwindigkeitsreduktionsiehe untenstehende Tabelle
Resultierende Lärmreduktionsiehe untenstehende Tabelle
Fahrdynamikunregelmässig
Lärmerhöhende Strassenoberflächeja
Impulsgeräuscheja
Kostensehr hoch
Städtebauliche Einbindungsehr gut

Wirkung von Aufpflästerungsvarianten in Bezug auf Geschwindigkeit und Lärm

Situation
Aufpflästerungen
Reduktion
Geschwindigkeit
Reduktion
Lärm
Teilaufpflästerungen + Verengung + Fahrbahnversatz4.5 km/h

Im Durchschnitt: Minderung des Mittelungspegels dank Verengung + Fahrbahnversatz

Lokal: Erhöhung des momentanen Pegels durch Aufpflästerung

Abfolgen angehobener Teilaufpflästerungen + Verengung + Fahrbahnversatz8 km/h

Im Durchschnitt: Minderung des Mittelungspegels dank Verengung + Fahrbahnversatz

Lokal: Erhöhung des Maximalpegels durch Beschleunigung

Dichte Abfolge (alle 40 bis 60 m) angehobener Teilaufpflästerungen oder Pflasterkissen10 km/h

In der Regel: Minderung des Mittelungspegels

Im günstigsten Fall: Minderung des Maximalpegels

Aufpflästerungen als Fahrbahnbelag Tempo 3020 km/hErhöhung des Mittelungs- und Maximalpegels,
(siehe untenstehende Tabelle)

Bei Massnahmenkombinationen mit Teilaufpflästerungen wird die Lärmsituation an angrenzenden Liegenschaften direkt durch die Lage der Abschnitte mit Pflastersteinen bestimmt. Auch wenn der Dauerschallpegel (durchschnittlicher Lärmpegel), betrachtet auf einem gesamten Strassenabschnitt, um ein Paar Dezibel abnimmt, können unmittelbar am Rande der Aufpflästerungen und Beschleunigungszonen deutliche Pegelerhöhungen auftreten.

Mit Ausnahme von einigen besonders günstigen Situationen führt der Einsatz von Pflastersteinen als Fahrbahnbelag systematisch zu einer deutlichen Verschlechterung der Lärmsituation. Gestützt auf Messungen und Erfahrungen wird die infolge einer flächenhaften Aufpflästerung zu erwartende Pegelzunahme in vielen Ländern in Form eines Pegelzuschlags gegenüber einem lärmneutralen Belag (ISO-Belag in EU-Länder oder Asphaltbeton in der Schweiz) definiert. Die zu erwartenden Pegelerhöhungen auf den Dauerschallpegel Leq variieren zwischen 2 und 8 dBA.

Messungen haben bewiesen, dass bei flächenhaften Aufpflästerungen eine direkte, aber nicht lineare Beziehung zwischen den Lärmemissionen und der Geschwindigkeit besteht. Vor allem im Bereich von 30 bis 50 km/h kann eine leichte Geschwindigkeitserhöhung eine deutliche Pegelzunahme zur Folge haben. Von daher stimmen die zu erwartenden Pegelerhöhungen des deutschen Modells RLS-90 am besten mit den vorhandenen Messresultaten überein.

Pflastersteine sollten also möglichst nur auf Strassenabschnitten mit extrem tiefen Geschwindigkeiten (20 km/h und weniger) eingesetzt werden.

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