Schiesslärm

Sanierungsmassnahmen

Zur Sanierung von Schiessanlagen kann an drei Schwerpunkten angesetzt werden:

  • Betriebliche Massnahmen
  • Reduktion des Mündungsknalls (bauliche Massnahmen)
  • Reduktion des Geschossknalls (bauliche Massnahmen)

Betriebliche Massnahmen

Als erste Massnahme wird der Schiessbetrieb optimiert. Zur Berechnung der Lärmbelastung sind zwei Aspekte wichtig. Zum einen der Schallpegel des einzelnen Schusses am Immissionsort (z. B. bei einem Wohnhaus), zum andern die Anzahl der Schüsse, die Dauer der Schiessanlässe und deren Wochentag. Schiessanlässe an Sonn- und allgemeinen Feiertagen werden als besonders lästig empfunden und zählen lärmtechnisch dreifach.

Mathematisch heisst dies: Zum gemessenen Schallpegel des Einzelschusses L wird eine negative Pegelkorrektur K addiert, welche vom Schiessbetrieb abhängt. Die Summe der beiden Werte ergibt den Beurteilungspegel Lr. Dieser wird mit den Grenzwerten in der Lärmschutzverordnung (LSV) verglichen.
Die Pegelkorrektur K kann mit einem Berechnungsmodell bestimmt werden.

Betriebliche Massnahmen zur Minimierung des Beurteilungspegels sind:

  • Reduktion der dreifach zählenden Sonntagsschiessen
  • Verkürzung der Schiesszeiten auf zwei Stunden
  • Reduktion der Schiessanlässe und der Anzahl verschossener Patronen
  • Erhöhung der Auslastung durch Zusammenlegung verschiedener Übungsschiessen, auch unter gleichzeitiger Belegung der Anlage durch mehrere Vereine

Betriebliche Massnahmen verursachen im Gegensatz zu den baulichen Massnahmen keine Kosten.

Reduktion des Mündungsknalls

Für Gebiete hinter der Mündung ist das Schützenhaus selbst die beste Lärmschutzmassnahme. Ein Bau mit soliden Wänden und Dach bewirkt eine massive Reduktion des Mündungsknalls.
Weitere etablierte und wirkungsvolle Massnahmen zur Reduktion des Mündungsknalls sind:

  • Schallschutztunnels
  • Seitenblenden
Foto eines Schiesstunnels

 

Schallschutztunnels bewirken seitlich eine Minderung des Mündungsknall bis zu 20 Dezibel.

Foto eines Schiesstandes mit Seitenblenden

 

 

Seitenblenden zwischen den Lägern (Winterthur).

Reduktion des Geschossknalls

Massnahmen zur Reduktion des Geschossknalls:

  • Wand, Wall oder Damm (siehe Bild)
  • Die Schussbahn so legen, dass der Geschossknallbereich keine lärmempfindlichen Gebiete tangiert
  • Teilüberdachung der Schussbahn
Foto einer Lärmschutzwand

 

Dorfseitige Lärmschutzwand (Regensdorf).
Sind mehrere Häuser vom Geschossknall betroffen, braucht es eine längere Lärmschutzwand bzw. einen längeren Erddamm. Dabei ist auf das Landschaftsbild Rücksicht zu nehmen.

Sanierung militärischer Schiessanlagen

Anlagehalter der militärischen Waffen-, Schiess- und Übungsplätzen ist der Bund. Darum liegt die Sanierungspflicht nicht beim Kanton Zürich sondern beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Eine Lärmreduktion ist grundsätzlich mit denselben Massnahmen wie bei zivilen Schiessanlagen möglich.