Erschütterungen & Körperschall

Auch schwach oder gar nicht hörbarer Schall kann unerhört stören. Ihm beizukommen ist oft auch unerhört schwierig.

Während Erschütterungen "nur" als lästige Vibrationen gefühlt werden, ist Körperschall hörbar, nicht unbedingt laut, aber durchaus ebenfalls lästig.

Beiden gemeinsam ist, dass sie zumindest grösstenteils über Festmaterial wie Untergrund und Gebäude zu den Betroffenen gelangen.

Hauptquelle im Kanton Zürich ist der Verkehr auf Geleiseanlagen, also Bahn und Tram. 

Erschütterungen  werden hauptsächlich verursacht durch Verkehrsanlagen, Industriebetriebe und Baustellen. Es können dort tieffrequente Schwingungen entstehen, die über den Untergrund bis in die Nachbarschaft gelangen. In den betroffenen Gebäuden werden sie als Vibrationen oder als durch Vibrationen verursachte Sekundärgeräusche (wahrnehmbar als Gläserklirren u. ä.) wahrgenommen.

Körperschall kann von Wänden, Böden und Decken in Gebäuden abgestrahlt werden, einerseits auf Grund von externen Erschütterungen (wahrnehmbar als dumpfes Grollen), aber auch ab gebäudeeigenen Quellen wie Heizungen, Lüftungen oder Pumpen (wahrnehmbar als Brummen, Pfeifen u. ä.). Auch Maschinen und Geräte in Gewerberäumen derselben Liegenschaft kommen in Frage.

Gebäudeexterne Ursachen

Beurteilung

Erschütterungen und Körperschall ausgehend von externen Quellen sind Einwirkungen gemäss Art. 7 Abs. 1 Umweltschutzgesetz (USG). In Ermangelung von Immissionsgrenzwerten in der Schweiz werden bei der Beurteilung die einschlägigen deutschen Richtlinien beigezogen, insbesondere die DIN-Norm 4150-2.

Massnahmen

An der Quelle (Anlage):

  • Elastische Lagerung
  • Einsatz von Dämpfern oder Schwingungstilgern

Auf dem Ausbreitungsweg (Untergrund): 

  • Bodenschlitze

Am Empfangspunkt (Gebäude): 

  • Elastische Lagerung

(und weiteres)

Zuständigkeiten

Sanierungen bei bestehenden Anlagen sind Sache des Anlagehalters. Vor allem bei Bahnanlagen sind diese jedoch mit umfangreichen baulichen Eingriffen und hohen Kosten verbunden und deshalb nur im Zusammenhang mit Neubauten möglich.
Bei neuen und geänderten Anlagen hat der Anlagehalter für eine immisionsarme optimierte Lösung zu sorgen. Bei Bahnanlagen kommt dabei die Weisung für die Beurteilung von Erschütterungen und Körperschall bei Schienenverkehrsanlagen (BEKS) vom 20. Dezember 1999 zum Tragen.
Bei Neubauten mit lärmempfindlichen Räumen sind geeignete Massnahmen frühzeitig einzuplanen und gehen zu Lasten der Bauherrschaft.

Der Vollzug im Kanton Zürich liegt bei den Gemeinden.
Die Fachstelle Lärmschutz unterstützt die Gemeinden.

Gebäudeinterne Ursachen

Beurteilung

Werden Erschütterungen oder Körperschall nicht durch Erschütterungen im Umfeld erzeugt, sondern durch Quellen im Gebäudeinneren, ist die Norm SIA 181 anwendbar.

Massnahmen

An der Quelle (Anlage):

  • Gerätewahl
  • Geeignete Platzierung
  • Elastische Lagerung
  • Einsatz von Dämpfern oder Schwingungstilgern

Auf dem Ausbreitungsweg (Gebäude): 

  • Elastische Trennlagen
  • Schwingungsdämmelemente

Am Empfangspunkt (lärmempfindliche Räume): 

  • Grundrissplanung Gesamtgebäude

(und weiteres)

Zuständigkeiten

Bei bestehenden, neuen und geänderten Anlagen hat der Eigentümer oder der Anlagenverantwortliche für einen immisionsarmen Betrieb zu sorgen.
Bei Neubauten mit lärmempfindlichen Räumen sind geeignete Massnahmen frühzeitig einzuplanen. 

Der Vollzug im Kanton Zürich liegt bei den Gemeinden und bei den für die Private Kontrolle zuständigen Unternehmen.
Grundlage ist die Norm SIA 181.

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Branchenverzeichnis des Cercle Bruit

Firmenverzeichnis des Cercle Bruit zum Lärmschutz

Das Firmenverzeichnis des Cercle Bruit (Vereinigung der kantonalen Lärmschutzfachleute) verweist auf Firmen, die in verschiedenen Bereichen des Lärmschutzes tätig sind und gibt Personen die Möglichkeit, Firmen zielgerichtet nach Region und Tätigkeitsgebiet zu finden.

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