Umfahrung Uster West

Schutzverordnung für das Gebiet Werriker-/Glattenriet und Brandschänki festgesetzt

Im Oktober 2017 hat die Baudirektion die überarbeitete Schutzverordnung für das Gebiet Werriker-/Glattenriet und Brandschänki in Uster festgesetzt. Gegen die Festsetzung sind beim Baurekursgericht zwei Rekurse eingegangen. Da die geänderte Schutzverordnung eine der Voraussetzungen für das Strassenprojekt Uster West ist, verzögert sich die Realisierung der neuen Strasse weiter.

Im Sommer 2014 hat die Baudirektion die revidierte Schutzverordnung für das Gebiet Werriker-/Glattenriet sowie Brandschänki festgesetzt. Gegen die Festsetzung gingen drei Rekurse ein, die der Regierungsrat teilweise guthiess und deshalb die Änderung der Schutzverordnung zum Neuentscheid an die Baudirektion zurückwies.

Aufgrund weiterer Abklärungen beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sowie eines externen Gutachtens hat das Amt für Landschaft und Natur die Schutzverordnung überarbeitet. Dabei wurde der Grenzverlauf des Flachmoors dem aktuellen Zustand angepasst und die entsprechenden Pufferzonen ausgeschieden.

Die überarbeitete Schutzverordnung lag vom 19. Juni bis 18. Juli 2017 öffentlich auf. In dieser Zeit gingen fünf Einwendungen von Privaten und Verbänden ein, die jedoch nicht berücksichtigt werden konnten. Die Baudirektion hat deshalb im Oktober 2017 die überarbeitete Schutzverordnung festgesetzt. Gegen diese Festsetzung gingen nun beim Baurekursgericht zwei Rekurse von Verbänden und Privaten ein. Dadurch verzögert sich auch die Festsetzung und damit die Realisierung des Strassenprojekts Uster West weiter auf unbestimmte Zeit.

Vom Kantonsrat gutgeheissen

Am 22. Oktober 2012 bewilligte der Kantonsrat mit 127:45 Stimmen einen Kredit von 21 Millionen Franken für das Strassenprojekt «Uster West». Mit dieser Umfahrung können das Ustermer Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr entlastet und die Rückstaus an zwei Bahnübergängen vermieden werden. Im Nachgang der im Juni 2012 von der Zürcher Stimmbevölkerung angenommenen Kulturlandinitiative hat das kantonale Tiefbauamt das Projekt überarbeitet und den Anschluss an die Winterthurerstrasse ins Gebiet «Brandschänki» verlegt.

Unter diesen Voraussetzungen ergab sich die Möglichkeit einer kürzeren Linienführung für den Anschluss der neuen Strasse an die Winterthurerstrasse. Dieser war ursprünglich auf der Höhe Werriker-/Schattenackerstrasse geplant. Nun soll der Anschluss im Gebiet «Brandschänki» erstellt werden. Diese Anpassung bringt eine Reihe von Verbesserungen für den Natur- und Landschaftsschutz sowie die Landwirtschaft, ohne dass die Leistungsfähigkeit des Strassenprojekts darunter leidet.

Im Frühling 2013 führte die Baudirektion die öffentliche Auflage für das Strassenprojekt durch. Insgesamt gingen 12 Einsprachen ein. Mit sechs Einsprechenden konnte man sich einigen, über die restlichen Einsprachen muss der Regierungsrat als Entscheidungsinstanz bei der Projektfestsetzung des Strassenprojekts befinden.

Lange Vorgeschichte

Die Verbindungsstrasse Tösstal – Glattal (Uster) – Pfannenstiel – Zürichsee ist von kantonaler Bedeutung. Für die Stadt Uster führt diese Verkehrsachse jedoch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Im Zentrumsbereich beim Bahnübergang Winterthurerstrasse stauen sich aufgrund der langen Schliesszeiten der Bahnschranken die Fahrzeuge und es kommt zu unerwünschtem Schleichverkehr durch die Wohnquartiere.

1981 wurde mit einer kantonalen Volksabstimmung ein Rahmenkredit für die Aufhebung von Niveaukreuzungen Strasse/Schiene an der SBB-Linie Wallisellen – Uster bewilligt. Das Bauwerk am Bahnübergang Uster Werrikon wurde jedoch zurückgestellt, da sich die Stadt Uster und der Kanton nicht auf eine Lösung für die Bewältigung der gesamten Verkehrsabwicklung in diesem Gebiet einigen konnten.

Aufgrund eines Eintrags im kantonalen Richtplan hat der Kanton zusammen mit der Stadt Uster ein Projekt ausgearbeitet, das die Situation für die Stadt und die Verkehrsteilnehmenden erheblich verbessern soll. Mit der neuen Strasse «Uster West» sollen das Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr entlastet werden und die Rückstaus an den beiden Bahnübergängen Winterthurer- und Zürichstrasse verschwinden. Diese beiden Übergänge verlieren ihre kantonale und regionale Bedeutung, können aber als innerstädtische Verbindungen weiterhin befahren werden.

Die neu geplante Strasse Uster West weist eine Gesamtlänge von 1'150 m auf, ist zweistreifig mit Spurbreiten von je 3,5 m und umfasst diverse bauliche und begleitende Massnahmen wie den Anschluss an die Winterthurerstrasse im Bereich Brandschänki, ein 470 m langes Überführungsbauwerk über die SBB-Linie vom Lorenplatz bis zur Zürichstrasse, Lärmschutzmassnahmen entlang der Zürichstrasse, den Rückbau der Werrikerstrasse zwischen Werrikon und Winterthurerstrasse sowie die naturnahe Gestaltung und Schaffung von neuen Lebensräumen auf einer Gesamtfläche von 5,5 Hektaren.